Franz Xaver














FRANZ XAVER | 1986 |
TRANSFORMATION DER BEWEGUNG |


INTERAKTIVE INSTALLATION
Terminal Kunst – 1. Ausstellungsteil

Seit Juni 1985 arbeite ich an einem Projekt, das es ermöglicht, Bewegung – beispielsweise die eines Menschen – in Ton und Bild, also in eine andere Form der Wahrnehmung, umzuwandeln. Bewegung bedeutet für mich Zeit: Zeit als eine Dimension der Erfahrung. Mein Ziel: Bewegung transformieren in Ton und Tonstrukturen beziehungsweise Farbe und Formen. Ein Tänzer tanzt nicht mehr zu einer Musik, die von außen kommt. Er hat die Möglichkeit, seine Musik direkt durch seine Bewegungen zu erzeugen. Der Maler malt nicht mehr mit dem Pinsel (Verzögerung durch materielle Hindernisse), sondern bewegt sich direkt in seinem Bild mit Farben und Formen. Gegenwartsverarbeitung des Wahrnehmbaren Entstehung der Zeit.

In einem Raum werden durch einen Projektor, in dem sich ein bewegtes Uhrwerk befindet, Zahnräder auf einer Wand abgebildet (siehe Skizze 2). Zwischen den Zahnrädern liegt eine Fläche, die immer im direkten Projektionslicht ist. In dieser Fläche sind Lichtsensoren befestigt (siehe Skizze 3). Auf diese Sensoren fällt nur dann ein Schatten, wenn eine Person durch den Projektionsraum geht. Diese Person schaltet durch ihre Bewegung die einzelnen Lichtsensoren aus oder ein. Die Sensoren sind mit einem Computer gekoppelt, der Töne und Grafik erzeugt.

Jedem Sensor ist ein bestimmter Ton zugeordnet. Den Sensoren, die sich in der unteren Hälfte des Bildes befinden, sind Rhythmustöne (Trommeln und Becken) zugeordnet. Diese können durch den Schatten der Beine aktiviert werden. In der oberen Hälfte des Bildes sind den Sensoren Keyboardtöne zugeordnet, die man mit den Armen oder mit dem Oberkörper verändern kann. Beine für Rhythmus – Arme für Melodie. Mit einer Videokamera wird das ganze Geschehen auf den Monitor gespielt. Jeder Sensor wird mit einem bestimmten Punkt im Bild gekoppelt. Bei eingeschaltetem Sensor, wenn dieser im Schatten der Person ist, wird von dem Punkt aus das Bild durch Kreise und Linien überzeichnet (Überzeichnung seiner selbst). Bei ausgeschaltetem Sensor kehrt das ursprüngliche Bild zurück.

fxm



FRANZ XAVER | 1986/1987 |
KREUZ.PACMAN.MUSICBOX.TIMEBOX |


MULTIMEDIALE OBJEKTE

Objekte und Ausstellungsansicht | © Franz Xaver + Foto: Margherita Spiluttini

Holz, Polyester, Glas, Computer, Video

Black Boxes

… Bewegung als Form der Skulptur
Bewegung
Schwingung Geschwindigkeit = Elektronenstrahl
Elektrizität
Farbe und Form sind auf einen Prozess zurĂĽckgesetzt.
… bieten die Möglichkeit, die Objekte erst während des
Betrachtens entstehen zu lassen …

Music Box

Elektronisch visuelle Darstellung von akustischen Signalen.

Schwarze Zeiten

Projektion eines Räderwerkes.
Verschiebungen innerhalb eines Uhrwerkes.
Projektion eines Räderwerkes.

Linie

Zwei stehende Särge
Pacman Kreuz
Zusammenhänge der beiden Objekte über Fotolinse
____KopffĂĽĂźler
____Kopfhändler
Pacman lebt
Aus: »Junge Szene ’87. Multimediale Kunst«. [Hg.] Wiener Secession, 1987



FRANZ XAVER | 1987 |
RADIOARTIVES KONFERENZMĂ–BEL |


INTERAKTIVE INSTALLATION
Akustische Umsetzung der Gesäßwärme der Konferenzteilnehmer

Visuelle Gegenkoppelung der Töne
Bei den radioArtiven Konferenzmöbeln werden die akustischen Signale direkt mit Geschwindigkeit, Richtung und Schwarzweißgehalt des Elektronenstrahls zu einem neuen Bild geformt. Die akustischeu Signale werden zum einen innerhalb der Sitzgelegenheiten mittels Wärme, zum anderen – im Randbereich der Installation – von einer Außenperson (Cassettendeck) erzeugt.

Die Bildröhre als Sitzgelegenheit.
In sich geschlossene Kreisläufe innerhalb der Hocker, Die Wärme des Gesäßes erzeugt mittels Elektronik einen Ton. Mit diesem akustischen Signal wird direkt der Elektronenstrahl gelenkt und gesteuert. Die Elektronen werden somit auf das Gesäß gefeuert. Der Tisch stellt die Koppelung der vier Hocker akustisch und visuell her. Fremdeinflüsse – die eines Tapes – können mittels Mischpults in einen dieser Signalflüsse manuell eingeschleust werden.



FRANZ XAVER | 1990 |
DAS ELEKTRONISCHE TĂśROKULAR / TĂśRGRIFF |


WANDOBJEKTE

Installationsansicht | © Franz Xaver

DAS ELEKTRONISCHE TĂśROKULAR. Wandobjekt 220 x 115 x 20 cm.
In Beton gefaĂźte TĂĽre mit Metallrahmen, 2 Okulare, Player, Videoband

In einer in Beton und einen Metallrahmen gefaßten Türe befinden sich zwei eingebaute elektronische Okulare. Durch die Mischung zweier Aufnahmen auf einem Videoband entsteht ein ungewöhnlich räumlich wirkendes (dreidimensionales) Monitorbild, das einen scheinbaren Besucher vor einer Türe zeigt.

TĂśRGRIFF. Wandobjekt 235 x 125 x 30 cm.
In Beton gefaĂźte TĂĽre mit Metallrahmen, Okular, Kamera, 3 Scheinwerfer

Eine in Beton und einen Metallrahmen gefaßte Türe ist mit einem Türokular versehen, hinter dem ein Fotoapparat montiert ist. Durch das Drücken der Türklinke wird Scheinwerferlicht ausgelöst und gleichzeitig das Bild des Betrachters durch die versteckte Kamera auf einem Film festgehalten.

…
Renaissancekünstler haben mit ihren im 15. Jahrhundert neu gewonnenen bildtechnischen Mitteln den vorgetäuschten Blick auf eine außerhalb des Raumes liegende ideale Landschaft auf die Spitze getrieben. Sie setzten dabei auf den durch die neue technische Fertigkeit ermöglichten Täuschungs- und in der Folge thematisierten Überraschungseffekt. Mit diesem Phänomen
arbeitet Franz Xaver, wenn er Besucher beim Blick durch das in eine Tür eingebaute Doppelokular mit der Rückenansicht eines scheinbaren Besuchers vor einer Tür konfrontiert, wobei er durch die Überlagerung von zwei verschiedenen Video-Aufnahmen einen überraschenden Räumlichkeits-
und Plastizitäts­effekt erzielt.
…
Auszug aus: »Im Licht des Monitors« 1990. [Ausstellungskatalog] © DIETER BOGNER






Franz Xaver    BIOGRAFISCHE DATEN

Bildender Kuenstler
seit 2003 Kurator im medien.KUNSTLABOR im Kunsthaus Graz
1987-1991 Lehrtaetigkeit an der Hochschule fuer. angewandte Kunst in Wien, Meisterklasse fuer visuelle Mediengestaltung. Computergrafik, Programmiersprachen, Audiovisuelle Produktion, Elektronik und Elektrotechnik
1989-1992 Labor fuer visuelle Medien. HS f. angew. Kunst Wien
1993-1996 Lehrauftrag an der Technischen Universtaet Graz, Institut f. Baukunst – Kommunikationstheorie
1996-2003 Machbarkeitsstudien im Internet – Die Informationswelt der Systemadministratoren

Projekt(e) im m.KL:
›Data Spind‹ (2003 – 2006)
›Hörstelle RT03‹ (18.02. – 14.04.05)
›Bolshevik‹ (Jul-Aug 2005)

http://fax.priv.at
http://xav.net
http://kunstlabor.at
http://funkfeuer.at

AUSSTELLUNGEN/PROJEKTE [AUSWAHL]
Publikationen
1984 Wels – Bielefeld Zeitmaschinen & Laserinstallation »hautnah«
1985 Studium »Visuelle Mediengestaltung« Wien (Katalog)
1986 Ars electronica Linz Titel: »Transformation der Bewegung« (Katalog)
1986 Galerie V&V. Wien. »Konsum und Kommunikation« (Heft)
1987 Logokultur HS f. angew. Kunst Titel: »Im Bauch des Biestes« (Katalog)
1987 Wiener Secession . »Junge Szene Wien« Titel: »Black Boxes« (Katalog)
1987 Galerie MAERZ. Datenschmuck
1988 Ars electronica Linz. Titel »RadioARTives Konferenzmoebel« (Katalog)
1988 Museum f. angew. Kunst Wien. »Design...« Armschlauchuhr« (Katalog)
1988 Ars electronica Linz. »Stimmen aus dem Innenraum« – Mitarbeit
1989 Neue Galerie Graz. »Raum fuer Raum« (Katalog)
1989 Fast forward – U4 »Videoscanner«
1989 Fast forward – U4 Mindmaschine
1989 Steirischer Herbst Graz. »Chaos und Ordnung« – »Stonehendge« (Heft)
1990 Malroboter Atelier
1990 APERTO Biennale von Vendig. »Sphaerenklaenge« (Katalog)
1990 Neue Galerie Linz OOE Avangarde 1900 – 1990. Zwei Tueren
1990/91 Im Licht des Monitors. Horn/Graz/Prag. Zwei andere Tueren (Katalog)
1991 Salzburger Kuenstlerhaus »Die Augen der Minerva«. Apfel digital-analog
1991 St Veit an der Glan. »Transformator« Titel:»U-Bahn«
1992 Triennale Milano
1992 3-D Videobrille Atelier
1992 Kunst- und Ausstellungshalle Bonn »Erdsicht« (Heft)
1992 Galerie Im Stiferhaus Linz. Fraktale Geometrie – Kunst & Bionik (Heft)
1992 Maschinenkampf gegen Leo Schatzl
1992 Gruendung von Kunstlabor – techn. Entwicklung d. Anforderung d. Kunst
1993 Kunstlabor – Eferding – VOEST/Contained Raketenstarts
1993 Kunstlabor – Freihaus Wien. »Inverted Channel«
1993 Kunstlabor – Casino Container Biennale von Venedig / Mediapark Koeln
1993 Magazin 4 Bregenz. »Aesthetik des Werdens«
1993 Ars electronica »Molektronische Netzwerke« (Katalog)
1994 Kunstraum Schiff Stubnitz. »Im Orbit« (Heft)
1994 Magazin 4 Bregenz. »72 Stunden«
1995 Stadtwerkstatt Linz – Laufschrift 20 KW K
1995 Die Elektronische Galerie. Netzerk Wien-Linz-Graz-Innsbruck-Bregenz (Heft)
1995 Ars electronica. Kunstlabor »Hotelfernsehen«
1995 Arbeitsplattform Internet – Gruendung SILVER SERVER
1996 Festival der Regionen »Im Weststollen« (Heft)
1996 Ephessos, Spiegelbilder (Heft)
1996 Plueschow – Kunstlabor: Die Elektronische Galerie, TITforTAT (Heft)
1996 Skulpurenpark Katzow BRD. »AE« – 30 m Radioteleskop
1997 Kunsthalle Exnergasse. »Kaltner, Trummer, Xaver« – Internet via Fax
1997 VOEST – Contained – Radiotelekope 3m
1997 Made in HongKong Handover Projekt mit der Werkstadt Graz (Heft)
1998 Festival der Regionen »Mobile Platzsprecher« (Katalog)
2000 Fremdsteuerung – Babenbergerpassage (Katalog)



© Franz Xaver